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Bericht über Demo zur Weidetierprämie
20.03.2018 23:11 (270 x gelesen)

 

Demo für die Weidetierprämie in Berlin

Am 13. März haben wir  in Berlin für die Weidetierprämie demonstriert!

Es war eine beeindruckende Veranstaltung, die ein großes Medienecho auslöste.

Wir hoffen, dass wir damit unserem Ziel, die Existenzen der Deutschen Berufsschäfer zu sichern, ein Stück näher gekommen sind.



Weidetierprämie-Demonstration in Berlin

von Evelyn Mathias und Andreas Schenk

Abfahrt ist um zwei Uhr in Wesel, um drei Uhr sind wir am Autohof Hamm-Uentrop Lippetal, um vier Uhr am Autohof Rheda-Wiedenbrück. An jeder Station steigen Menschen in unseren Bus, einem von vielen auf dem Weg zur Demo nach Berlin. Wir allein sind über 36 aus NRW, Hessen und Rheinland-Pfalz – ein buntes Gemisch aus Schäfern und Unterstützern, Mitglieder des Bundesverbands Berufsschäfer (BVBS), verschiedener Landesschafzuchtverbände und des NABU. Einige Teilnehmer mussten wegen Lammzeit oder Krankheit kurzfristig absagen, darunter BVBS Sprecher Günther Czerkus. Sie alle waren im Geiste mit dabei. Wir haben sie herzlich vermisst. 

Die beiden Fahrer unseres Busses hatten schon einmal Schäfer zu einer Demo für die Weidetierprämie gefahren, 2014 nach Cottbus. Seitdem ist die Anerkennung für die Leistungen der Schäfer in Politik und Gesellschaft deutlich gewachsen. Den warmen Worten sind aber bisher keine Taten gefolgt, und von warmen Worten kann man nicht leben.

Nach angenehmer Fahrt mit zwei Pausen und einem kurzen Fußmarsch stehen wir gegen zehn Uhr auf der Wilhelmstrasse in Berlin, vor dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Dort warten schon zahlreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland, viele auch die Nacht hindurch angereist. Überall sind Plakate zu sehen, Schafglocken zu hören, und einige Verbandsflaggen wehen im Wind.

Bei unserer Ankunft ist die Wilhelmstraße schon durch die Polizei abgesperrt, die Rednertribühne und die Technik von Walter Pauly und seinen Leuten bereits aufgebaut. Auch ein Würstchenstand wartet schon auf hungrige Gäste. Neben der Bühne stehen zwei von der ABL entsandte Traktoren mit erhobenen Schaufeln, an denen Plakate befestigt sind. Der von Frank Hanel zum Intensiv-Stall umgebaute Hänger trifft gerade ein. Nur Knut Kucznik fehlt noch und mit ihm seine 40 Schwarzkopfschafe. Sein Hänger steckt im Schlamm fest. Schäferleben eben, wie jeden Tag, aber Schäfer schaffen das, wie immer.

Die Sendung Brandenburg Aktuell des TV Senders rbb24 berichtete später von etwa 150 Schäfern. Der Tagesspiegel zählte sogar von 300, schloss dabei aber vermutlich wohl auch die teilnehmenden Unterstützer, Zuschauer und die anderen Akteure mit ein, wie zum Beispiel die Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft (ABL), dem BUND, NABU, und WWF, sowie etwa ein Dutzend Journalisten und Kameraleuten.

Die Journalisten nutzen die Wartezeit für erste Interviews und Aufnahmen von Schäfern, Gästen und Plakaten. Andreas Schenk versorgt sie mit fachlichen Informationen. Thomas Golz verteilt derweil frisch gepresste Buttons mit dem Logo des Bundesverbandes auf dunkelgrünem Hintergrund. Bevor er sich versieht, sind 250 Stück unter die Teilnehmer gebracht.

Endlich treffen Knut und die Schafe ein. Schnell wird ein großes, grünes Tuch ausgelegt, damit die Straße nicht schmutzig wird, darauf kommt Stroh, drumherum ein Metallgitter mit Plakaten und hinein die Schafe. Die sind sofort das Zentrum der Aufmerksamkeit – so sehr, dass eine Durchsage gegen 12 Uhr die Augen auf die Bühne lenken muss. Es geht los.

Knut übernimmt mit viel Schwung das Mikrofon. Er begrüßt die Anwesenden, freut sich, dass so viele Schäfer und Unterstützer gekommen sind und erinnert an die vielen, die zuhause bleiben mussten, wegen Grippe oder Lammzeit. Dann schildert er eindringlich, wie sehr uns das Wasser bis zum Hals steht und wie dringend wir die Weidetierprämie brauchen. Zustimmendes Glockengeläut antwortet ihm.

Danach spricht Clemens Neumann, Leiter der Abteilung Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft im BMEL. Er bringt Grüße von dem alten und der neuen Ministerin. Er habe selbst Schafe, wisse, was Schäfer leisten und kenne ihre Probleme. Gerne möchte er uns unterstützen, könne aber nichts Konkretes versprechen. Zum Schluss lässt er dann doch aufhorchen: Wenn sie käme, dann müsste schnell gehandelt werden. Hier bimmeln die Glocken. Meint er damit die Weidetierprämie? Gibt es doch einen Hoffnungsschimmer?

Knut erklärt, es gäbe keine Ruhe, bis wir die Prämie hätten, und zwar noch dieses Jahr. Er übergibt das Mikrofon an Alois Gerig (MdB, CDU), den Vorsitzenden des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag. Dieser spricht uns Respekt und Anerkennung aus, betont, wir seien alle in einem Boot. Er verstehe die Schäfer, könne aber die Weidetierprämie nicht versprechen. Er wolle sich jedoch dafür einsetzen, dass wir mehr Geld bekämen und bessere Rahmenbedingungen. Knut unterbricht das einsetzende Glockengeläut, ruft ins Mikro: Nur für Zusagen gäbe es Geläut, nicht für leere Versprechungen. Für einen Moment herrscht donnernde Stille.

Danach folgen kurze Statements von Vertretern der Schäfer, aus der Politik und den großen Verbänden.

Für die Schäfer sprechen Hermann Stadler aus Bayern, Ortrun Humpert aus NRW, Jens-Uwe Otto aus Thüringen, Jörg Rößler aus Sachsen-Anhalt und Wolfgang Grieger aus Mecklenburg-Vorpommern. Sie sprechen über unsere Leistungen, das Betriebssterben, die Arbeit ohne Mindestlohn, die fehlenden Mitarbeiter und die hoffnungslosen Betriebsnachfolge. Sie erklären, dass wir schon seit 2007 für eine Weidetierprämie kämpfen, dass wir weder leeren Versprechungen bräuchten noch Sterbehilfe, sondern eine auskömmliche und bundesweite Weidetierprämie von 38 € aus der ersten Säule!

Jens-Uwe liest einen Brief von Landwirtschaftsministerin Anja Siegesmund / Thüringen vor, der zusagt, dass das Land solange eine Weidetierprämie aus Landesmitteln zahlen will, bis der BUND sich bewegt.

Schäfer Sven de Vries aus Baden-Württemberg stellt kurz seine Petition vor: „Rettet die letzten Schäfer*Innen Deutschlands – Traditionsberuf am Ende!“ Vor 14 Tagen auf change.org im Internet gestartet, ist die Petition am Tag der Demo bereits von 85.000 Menschen unterzeichnet.

Gegenwind kommt von einem weiteren Sprecher, der sich nicht vorstellt (Hermann Färber, MdB, CDU?). Er bezeichnet die geforderte Umverteilung der Gelder innerhalb der ersten Säule als unfair. (Dabei geht es doch nur um 40 Millionen Euro der insgesamt 6,4 Milliarden Euro an jährlicher Agrarförderung in Deutschland, also noch nicht einmal 1 %!). Knut reagiert heftig und zerbricht dabei aus Versehen seine Schäferschippe.

Eindeutige Unterstützung für die Schäfer und die Weidetierprämie kommt von Dr. Kirsten Tackmann (MdB, Die Linke, Sprecherin für Agrarpolitik), Friedrich Ostendorff (MdB, B90/Grüne, Sprecher für Agrarpolitik), Diana Pretzel (WWF) sowie von Jochen Fritz im Namen der ABL und des Bündnisses „Meine Landwirtschaft“, dem über 45 Organisationen angehören, unter anderem der Bundesverband Berufsschäfer. 

Zum Schluss wird Knut versöhnlich. Er betont, wir wollten nicht immer nur hören, wie wichtig Schäfer seien, sondern das endlich auch in unseren Taschen spüren. Die Demo sei keine Kampfansage, sondern ein Hilfeschrei: „Betriebe, die nichts wert sind, kann man nicht übergeben.“ Zum Schluss singt ein Schäfer das Lied „Weil ich doch ein Schäfer bin“ mit etwas umgedichteten Text vom Podest.

Danach führen die Journalisten weitere Interviews, Teilnehmer reden miteinander und die leckeren Würstchen finden reißenden Absatz. Kurz vor 14 Uhr wird abgebaut, aufgeräumt und die Straße wieder freigegeben. Alles funktioniert reibungslos.

Insgesamt eine tolle Demo, Glückwunsch an die Organisatoren! Die Politik hat uns auf jeden Fall gehört – hoffentlich gibt es endlich konkrete Ergebnisse! Wir werden in jedem Fall weiterkämpfen!

Evelyn Mathias hat Fotos von der Demo aufgenommen:


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