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Frau in der Schäferei

Frau in einem Männerberuf.

Was soll ich dazu schreiben?

Was fällt mir dazu ein?

Ich wollte schon Schäferin werden, da wusste ich noch nichts von geschlechtsspezifischen Berufen. Hätte mir jemand erzählt, das Schäfer ein Männerberuf ist, hätte ich mich vermutlich ziemlich gewundert, Frauen sollen nicht mit Tieren arbeiten können?

Bewusst wurde es mir dann, als ich mit vierzehn ein Praktikum bei einer Schäferin machte und wir mit der Herde wanderten. Hauptkommentar der Passanten war: „Das sind ja zwei Mädchen“.

Natürlich, ein Schäfer hat einen Hut, einen Stock, einen Hütehund und einen Bart.

Auf den Bart verzichte ich gerne, alles andere brauche ich auch.

In meinem Leben als Schäferin habe ich mich nie als Frau benachteiligt gefühlt, was da zählte war die Leistung. Auch wurde ich nie, wie in anderen Berufen durchaus noch üblich, schlechter bezahlt, als meine männlichen Kollegen. Im Gegenteil, es gibt in der Schäferei Entlohnungen, für die würde ich einfach nicht arbeiten. Ich liebe meinen Beruf, aber wenn ich mit Putzen weit mehr verdienen kann, von meiner Arbeit nicht mehr leben kann, dann sehe ich es nicht ein.

Die Schäferei ist ein wertvolles Kulturgut. Hirte ist einer der ältesten Berufe der Menschengeschichte. Eine Jahrhunderte alte Tradition, die aber immer noch brandaktuell ist. Schafbeweidung hält die Landschaft offen, erhält Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten, schützt vor Hochwasser durch Deichsicherung, pflegt Solarparks. Dazu liefern Schafe und Lämmer Fleisch welches man noch guten Gewissens essen kann. Den Tieren ging es zeitlebens gut, sie sind draußen in einem natürlichen Lebensumfeld herangewachsen und haben kein Futter von anderweitig nutzbaren Flächen verbraucht. Dazu gibt das Schaf mit seiner Wolle eine nachwachsende Ressource, die vielseitig einsetzbar ist, von Bekleidung bis zur Innenverkleidung bei Flugzeugen, da nicht entflammbar und niemals Sondermüll.

Da sollten doch die, die diese Arbeit machen, anständig davon leben können!

Aber zurück zum Thema.

Frau in der Schäferei.

Männer haben den Vorteil, dass sie einfach stärker sind als ich Frau. Da kannst Du schon vier Elektrozäune schleppen und immer zwei auf der Hand auf und ab bauen, da kommt der nächste Kerl und schleppt sechs Netze.

Dann bin ich nun mal einmal im Monat nicht ganz auf der Höhe und selbst, wenn ich mich noch so zusammen reiße, es fällt auf.

Dafür habe ich aber immer nur Rücksicht erfahren, gerade auch von Männern, mache ich doch diese „Frauenallüren“ durch Arbeitseifer und Gewissenhaftigkeit wieder wett.

Ich lebte mein Schäferleben in dem guten Gefühl, selbstbestimmt meinen Weg zu gehen, mein Leben selbst zu gestalten und frei von irgendwelchen Geschlechterzwängen zu sein. Gleichberechtigung war einfach selbstverständlich, Emanzipation, Gender und Gleichstellung interessierten mich nicht, fand ich unnötig. Ich bin ich.

Und dann wurde ich schwanger.

Wer lacht hier?

Der Plan war, Wiedereinstieg in den Beruf, wenn das Kind ein Jahr alt ist.

Tja, und wie es dann so geht.

Ja, das lachen tut weh.

Zwar war ich in einem Männerberuf und mein Mann in einem Frauenberuf, aber doch verdiente er mehr Geld, hatte die moderateren Arbeitszeiten. Und wollte ich wirklich meine Familie aus ihrer Heimatstadt verschleppen, damit ich in der Schäferei verschwinden kann?

Nein.

Ich wollte meinen Kindern Vollzeitmutter sein, ihnen Sicherheit und Wurzeln geben.

Damit war ich Hausfrau und rund um zufrieden.

Die Fragen, wie: „Was machst Du nun?“ oder „Jetzt warst Du immer am Arbeiten, fällt Dir nicht die Decke auf den Kopf?“, irritierten und nervten mich. Als ob kleine Kinder langweilig wären, ich nicht arbeiten würde. Auch der schwerste Arbeitstag in der Schäferei hat mich noch nie so an meine Grenzen gebracht, wie an manchen Tagen ein zahnendes Stillbaby und ein übermütiger Dreijähriger. Noch schlechter bezahlt als Schäfer, keine Anerkennung dafür und doch würde ich es immer wieder genau so wollen.

Ich möchte als Frau das Recht haben, meine Kleinkinder selbst zu betreuen.

Diese ganze Förderung der außerfamiliären Kinderbetreuung hat aus meiner Sicht nichts mit Familienunterstützung zu tun, sondern mit Wirtschaftsförderung und Verstaatlichung der Kindererziehung.

Nicht, dass ich fordere: Frauen zurück an den Herd. Versteht mich nicht falsch. Ich fordere die Unterstützung der Wahlmöglichkeit für alle Eltern individuell.

Acht Jahre war ich nur Hausfrau und Mutter, naja, und Hobbyschäferin mit zum Ende an die 60 Schafen.

Nun wollte ich wieder arbeiten und von heute auf morgen war ich nicht mehr das Heimchen am Herd sondern die Rabenmutter. Wie konnte ich meine Kinder nur sechs Tage, später zehn, im Monat alleine lassen und dabei auch noch glücklich sein? Alleine wohl gemerkt mit Vater und Großmutter.

Acht Jahre raus aus dem Beruf, den Schäfermeister aus Zeitgründen doch nicht gemacht, nicht voll arbeiten können, da war ich in der klassischen Frauensituation. Ich war Aushilfe in unterschiedlichen Betrieben, mehr als 375 Euro netto durfte ich aber nicht verdienen, sonst müsste ich mich selbst Krankenversichern. 366 Euro Krankenversicherung, wo sollten die den herkommen?

Hatte die Regierung sich nicht noch vor ein paar Jahren gefeiert, dass Frau nun bei einem Mini-Job auch sozialversichert wäre? Muss der Arbeitgeber nicht weit mehr Geld als die 450 Euro Lohn bezahlen? Aber ist man damit krankenversichert? Nein, das Geld fließt in irgendwelche Töpfe, krankenversichern muss Frau sich dann doch selbst.

Das immerhin spielte für mich keine Rolle, war ich doch über meinen Mann versichert, abhängig.

Ließ ich mich von all dem klein kriegen, gab meinen Beruf auf? Mitnichten. Auch wenn es nicht einfacher wurde.

Ich bin Schäferin!

Nun lese ich das alles noch einmal durch.

Was soll ich von diesem Text halten?

All meine Geschichten über die Schäferei, mögen sie von Tod, unvorhergesehenen Katastrophen, Schwergeburten oder den Nöten handeln sind positiv, fröhlich, finden ein gutes Ende.

Aber dies hier? Wie Ende ich das?

„Schäferleben hat Gott gegeben, das Aussterben bei Nacht hat der Staat gemacht“?

Nein.

„Am Ende wird alles gut und wenn es noch nicht gut ist, ist es nicht das Ende“?

Nein, das gefällt mir auch nicht. Es wird nicht gut. Es ist gut!

Anna Kimmel

Wolf + Artenschutz


Schafe, Wolf und Artenschutz

Gedanken zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland

Während andere Nutztiere ihr Leben zunehmend im Stall verbringen, halten die Schäfer an der traditionellen, tiergerechten und naturnahen Weidehaltung fest. Dadurch sind Schafe auch durch die rückkehrenden Wölfe bedroht.

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