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Wohin geht die Reise?

Die Zahl der der gehaltenen Schafe sinkt ständig, ebenso die Zahl schafhaltenden Betriebe.
Dabei leisten die Schafhalter eine von der Gesellschaft erwünschte, ökologisch sehr wertvolle Arbeit. Sie pflegen mit ihren Schafen empfindliche Biotope, erhalten einzigartige Lebensräume, schützen seltene Tier- und Pflanzenarten und halten ihre Tiere artgerecht.
Das wären doch mehr als genug Gründe um diesen Berufsstand zu erhalten. Viele bezeichnen ihn als „Traumberuf“. Doch warum üben nicht mehr Menschen diesen Traumberuf aus?

In jungen Jahren, als meine Kinder noch klein waren, und mein Betrieb noch in der Aufbauphase war, habe ich als Schwäbin meinen Haushalt immer sehr sparsam geführt. Dennoch war das Geld immer knapp. Wie konnte das sein, wo wir doch immer „so viel“ verdient haben? Wo blieb das Geld nur? Also habe ich angefangen aufzuschreiben, zuerst alle Privatausgaben, jeden Monat, penibel jeden Einkaufszettel, zu sehen ob auch wirklich nichts Unnötiges oder gar Luxus dabei war. Dann auch für den Betrieb, alle Einnahmen und Ausgaben, zusammengefasst in verschiedenen Positionen, wie Lohnkosten, Maschinenkosten, Dieselverbrauch, Winterfuttergewinnung, Pacht, Versicherung, Erhaltung von Stall und Weideeinrichtungen ... Das hat mir über die Jahre sehr geholfen, zu sehen wo das meiste Geld reinkommt und was die größten Kosten verursacht. So habe ich im Laufe der Zeit meinen Betrieb immer optimaler organisiert. Gleichbleibende bzw. sinkende Einnahmen und steigende Unkosten wurden kompensiert durch längere Arbeitszeiten und schnelleres und rationelleres Arbeiten. Doch irgendwann war auch hier alles ausgereizt.
Wenn pro verkauftes Lamm abzüglich der Unkosten nur zehn Euro übrigbleiben, können durch eine weitere Steigerung der Lämmerproduktion, vor allem angesichts des immensen Arbeitsaufwandes und der hohen Unkosten auch keine großen Sprünge gemacht werden.
Zugleich sind die Fördergelder gesunken.

1994, also vor zwanzig Jahren, gab es in Baden–Württemberg auch schon ein Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleichsprogramm (Meka). Pro Hektar habe ich damals zweihundert Mark bekommen, heute sind es noch hundertfünfzig Euro. Zudem gab es einen Einkommensausgleich nach dem Gesetz zur Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft mit neunzig Euro für´s Hektar.
Heute gibt es ein Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien. Überall sieht man Photovoltaikanlagen,  und die Biogasanlagen schießen wie Pilze aus dem Boden. Schafherden verschwinden jedoch zunehmend aus der Landschaft. Mit der Mutterschafprämie wurden sie gezielt gefördert. Umgerechnet über den Viehbesatz waren das über hundert Euro pro Hektar. Sie wurde in Raten ausbezahlt, so dass es weniger finanzielle Engpässe gab.
Zudem gab es eine Förderung der extensiven Weidenutzung mit hundertfünfzig Euro pro Hektar.
Heute gibt es eine Betriebsprämie, mit der intensive Maismonokulturen zum Füttern von Biogasanlagen genauso gefördert werden wie eine nachhaltige Viehwirtschaft auf extensiven Standorten.
1994 habe ich für ein Kilogramm Lammfleisch, lebend gewogen 3.60 DM bekommen, das sind bei einem 40 Kg Lamm 144.- DM.
Heute bekomme ich 2,10 Euro, das sind bei einem 40 Kg Lamm 84.- Euro.
Um es kostendeckend aufzuziehen, müssten es 4,60 € sein.
1994 habe ich für den Liter Diesel 1,14 DM bezahlt, heute bezahle ich 1,40 Euro.
Wenn ich heute ein Lamm verkaufe, bekomme ich an der Tankstelle dafür ungefähr 40 Liter Diesel, da wird nicht mal der Tank voll.
1994 waren es 126 Liter Diesel, das ist drei mal soviel!!!!!!!
 Dies ist nur ein Beispiel für die gestiegenen Unkosten.

Da wundert es nicht, wenn man sich die Altersstruktur der Schäfer und Schafhalter anschaut. Im Brenztalverein liegt der gefühlte Altersdurchschnitt bei über 60 Jahren.
Beim Bundesverband Berufsschäfer habe ich nachgerechnet. Hier liegt das Durchschnittsalter bei 56 Jahren.  Über 50% der Mitglieder sind über 50 Jahre alt. 95% der Mitglieder sind über 40, und nur 5% unter 40 Jahren.  Da braucht es keine großen Rechenkünste um zu wissen, wie es in 10 bzw. 20 Jahren um den Berufsstand bestellt sein wird.

Ein weiterer Punkt ist die Arbeitszeit. Jeder von uns weiß ja selber wie viel er arbeitet.
Seit dem Schafreport, erstellt von den Brüdern Wagner in Zusammenarbeit mit dem Landesschafzuchtverband Baden-Württemberg und dem Ministerium, gibt es offizielle Zahlen. Es wurden durchschnittlich 3500 Stunden pro Jahr ermittelt, das sind fast 10 Stunden am Tag, bei 7 Tagen die Woche. Jemand der eine 40 Stundenwoche hat, kann sich das kaum vorstellen, dass wir am Donnerstagmorgen zur zweiten 40 Stundenrunde ansetzen.

Der durchschnittliche Stundenlohn beträgt 4,85 Euro. Dabei ist die Hütearbeit nur der sichtbare Teil der Arbeit, um einen Schäfereibetrieb zu führen. Für Außenstehende scheint der Schäfer nur rumzustehen, auf seine Schippe gelehnt. Es wird nicht bedacht, dass er das auch muss, wenn das Wetter schlecht ist, und sonst niemand freiwillig vor die Türe geht, ebenso an Sonn- und Feiertagen, wenn andere Zeit mit ihrer Familie verbringen, und auch dann, wenn ihm vielleicht gar nicht gut ist, und ein jeder Arbeitnehmer schon längst einen gelben Schein vom Arzt geholt hätte.
Dass Hüten Arbeit ist, kann man sich vielleicht am ehesten vorstellen, indem man bedenkt, wie schwierig es oft für einen Hundehalter ist, einen Hund bei Fuß und unter Kontrolle zu halten.
Der Schäfer dirigiert zwei Hunde, oft auf mehrere hundert Meter Entfernung sehr präzise und hat dabei noch alle seine Schafe im Auge. Das ist wie beim Seiltänzer, nicht alles ist einfach was einfach aussieht.

Bei einem geforderten Mindestlohn von 8.- Euro, ist es auch fast nicht mehr möglich jemand anzustellen. Soll ich als Betriebsleiter und Meister mit langjähriger Erfahrung für 4,85 Euro arbeiten, und meiner Aushilfe gebe ich 8.- € ?

Die Kosten für ein Mutterschaf pro Jahr betragen ca. 100.- €, (das Meiste davon sind Maschinenkosten, Zukauffutter und Lohnkosten), das sind die variablen Kosten, dazu kommen noch ca. 90.- € Festkosten. Spätestens jetzt sieht man, dass man mit einem verkauften Lamm pro Mutterschaf kaum die Unkosten deckt. Die Zahl der Lämmer kann jedoch nicht beliebig gesteigert werden. Oft haben Schäfer extensives Grünland, das nur das Mutterschaf ernährt, und kein Winterfutter erzeugt werden kann. Früher wurde das wenig gehaltvolle Futter auf der Sommerweide dadurch ausgeglichen, dass die Schafe schon im August auf gutes Ackerfutter gekommen sind. Heute fährt der Pflug oft gleich nach dem Mähdrescher. Früher konnten die Lämmer kostengünstig im Herbst und im Winter fertig gehütet werden. Die Schafe kamen gut genährt von der Winterweide. Heute gibt es durch den Maisanbau für die Biogasanlagen viel weniger Grünland, und durch die intensive Landwirtschaft wird das verbleibende Grünland durch häufige Gülleausbringung für die Schafe ungenießbar.

Der durchschnittliche Gewinn eines Schäfereibetriebes liegt bei 34000.- €. Setzt man 15.- € die Stunde an müsste der Gewinn bei 110000.- € liegen. Brauche ich einen Handwerker, bezahle ich aber mindestens 40.-€ die Stunde. Die Zahlungsfähigkeit der Betriebe ist zwar meist vorhanden, oftmals können aber Ersatzinvestitionen nicht getätigt werden, und die Eigenkapitalbildung für einen Vermögensaufbau zur Altersvorsorge ist  nicht gegeben.

Kann man es bei diesen Aussichten einem jungen Menschen verdenken wenn er andere Wege geht?

Um auf das Einkommensniveau anderer landwirtschaftliche Betriebe zu kommen, müsste es eine flächenbezogene Prämie von mindestens 280.- € geben, was immer noch günstiger ist, als die Flächen mit Maschinen zu pflegen. Und oftmals von Maschinen gar nicht geleistet werden kann, wie an den Hängen der schwäbischen Alb und an den Deichen beim Hochwasserschutz. Oder aber 60.- € Weidetierprämie für unsere Dienstleitung, die Offenhaltung einer artenreichen Landschaft mit einer nachhaltigen und umweltschonenden Wirtschaftsweise. (Ruth Häckh)

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Wolf + Artenschutz


Schafe, Wolf und Artenschutz

Gedanken zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland

Während andere Nutztiere ihr Leben zunehmend im Stall verbringen, halten die Schäfer an der traditionellen, tiergerechten und naturnahen Weidehaltung fest. Dadurch sind Schafe auch durch die rückkehrenden Wölfe bedroht.

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