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Weidetierhaltung & Wolf in Deutschland
01.09.2017 09:51 (90 x gelesen)

 

Von Hirten und Wölfen - Vielfalt behüten

Verbände veröffentlichen gemeinsames Eckpunktepapier

 

Der Wolf ist zurück in Deutschland und stellt die Weidetierhaltung vor neue Herausforderungen.
Die unterzeichnenden Verbände sehen die Prävention und Kompensation
von Wolfsübergriffen auf landwirtschaftliche Tiere als eine zentrale Aufgabe des Wolfsmanagements
im Interesse des Artenschutzes und der Weidetierhaltung. Sie erkennen
den Schutzstatus des Wolfes im geltenden Recht an. Die Akzeptanz des Wolfes durch die
Bevölkerung der ländlichen Regionen ist unabdingbar für seine erfolgreiche Rückkehr.


Die Verbände verstehen die extensive Weidetierhaltung als besonders naturverträgliche
Form der Landnutzung. Ihre Leistungen für Natur und Landschaft sind unersetzlich.Ihre Betriebe stehen vor großen wirtschaftlichen Problemen. Sie benötigen dringend zukunftsfähige Perspektiven. Dazu gehört die Vermeidung und Entschärfung von Konflikten mit dem Wolf. Wirtschaftliche Benachteiligungen von Weidetierhaltern in Wolfsgebieten müssen angemessen aufgefangen werden.



Hier der Text des Eckpunktepapiers

Pressemitteilung dazu:

Berlin, 31.08.17: Der Wolf ist zurück in Deutschland und stellt die Weidetierhaltung vor Herausforderungen.
Am Donnerstag veröffentlichten acht Verbände in Berlin erstmals eine gemeinsame
Stellungnahme auf Bundesebene: Bundesverband Berufsschäfer, der Deutsche Tierschutzbund,
die Umweltverbände NABU, IFAW, WWF und BUND sowie der Deutsche Grünlandverband und
der Ökologische Jagdverband.
„Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland und der Erhalt von artenreichen, extensiv
bewirtschafteten Grünland-Biotopen sind zwei Seiten derselben Medaille. Es ist an der Zeit
zusammen zu arbeiten, im gemeinsamen Interesse von Weidetierhaltern, Tierschützern, Jägern
und Naturschützern. Unser Papier ist der Beginn dieser Zusammenarbeit“, erklärten die
Verbandsspitzen auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin.
Im Interesse des Artenschutzes und der Weidetierhaltung sehen die unterzeichnenden Verbände
die Prävention und Kompensation von Wolfsübergriffen auf Weidetiere als eine zentrale Aufgabe
des Wolfsmanagements. Sie erkennen den Schutzstatus des Wolfes im geltenden Recht
an. Außerdem unterstreichen sie, dass die Akzeptanz des Wolfes durch die Bevölkerung der
ländlichen Regionen unabdingbar für seine erfolgreiche Rückkehr ist. Aus Sicht der Verbände
kann daher die begründete Entnahme von Einzelwölfen durch Experten notwendig werden,
insbesondere zum Erhalt der Weidetierhaltung und ihrer ökologischen Leistungen, sofern
sämtliche zumutbaren Alternativen ausgeschöpft sind.
Laut der Verbände ist die extensive Weidetierhaltung unersetzlich, als besonders naturverträgliche
Form der Landnutzung für Natur und Landschaft. Betriebe dieser Art stünden vor
großen wirtschaftlichen Herausforderungen: „Die Weidetierhaltung benötigt dringend zukunftsfähige
Perspektiven. Dazu zählt die Vermeidung und Entschärfung von Konflikten mit dem Wolf.
Wirtschaftliche Benachteiligungen von Weidetierhaltern in Wolfsgebieten müssen angemessen
und unbürokratisch aufgefangen werden.“
Die Verbände fordern die Einrichtung eines nationalen Zentrums für Herdenschutz. Damit sollen
Erfahrungen zentral gebündelt und in die Wolfsmanagementpläne der Länder eingebracht
werden. Entscheidend sei darüber hinaus ein unbürokratischer Herdenschutz. Schadensausgleiche
für Wolfsübergriffe sollten möglichst schnell erfolgen, nicht nur für Tierverluste, sondern
auch für weitere betriebliche Schäden, die durch den Wolf verursacht wurden. „Herdenschutz
muss fachgerecht, in Wolfsgebieten flächendeckend und den jeweiligen Bedingungen angepasst
sein. Weidetierhalter brauchen dafür geeignete Zäune, ausgebildete Herdenschutzhunde,
Schulung und Beratung. Nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Unterhalt von Herdenschutz
muss zukünftig gefördert werden“, so die Verbände.
Die Verbände fordern eine Anpassung der Tierschutz-Hunde-Verordnung, um fachgerecht
Herdenschutzhunde einsetzen zu können. „Das Tierschutzrecht muss den Bedürfnissen dieser
Hunde entsprechen, ohne fachgerechten Herdenschutz zu behindern.“
Abschließend fordern die Verbände Bund und die Länder auf, sich für die Schaffung eines
Instrumentes zur Förderung des Herdenschutzes in der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen
Union einzusetzen.



Fachliche Ansprechpartner:


Bundesverband Berufsschäfer

Andreas Schenk
+49 (0)152 345 627 09, Andreas.Schenk@berufsschaefer.de, www.berufsschaefer.de,


Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland

Dr. Friederike Scholz

+49 (0)30 275 86 566, Friederike.Scholz@bund.net  www.bund.net


Deutscher Grünlandverband

Hans Hochberg
+49 (0)33230 201 15, Hans.Hochberg@t-online.de, www.gruenlandverband.de,


Deutscher Tierschutzbund

James Brückner
+49 (0)89 600 291 0, James.Brueckner@tierschutzakademie.de, www.tierschutzbund.de,


International Fund for Animal Welfare

Andreas Dinkelmeyer

+49 (0)173 622 75 39, ADinkelmeyer@ifaw.org, www.ifaw.org


Naturschutzbund Deutschland

Markus Bathen
(NABU) +49 (0)172 645 3537, Markus.Bathen@NABU.de, www.nabu.de


Ökologischer Jagdverband

Mathias Graf von Schwerin
+49 (0)33398 690 46, Mathias.Schwerin@oejv.de, www.oejv.de


WWF Deutschland

Moritz Klose
+49 (0)151 188 548 87, Moritz.Klose@wwf.de, www.wwf.de


 


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