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24.06.2016 10:23 (1140 x gelesen)

Viele Fragen zur Zukunft der Schaf- und Ziegenhaltung

von Günther Czerkus

Was sind unsere großen Aufgaben? Was haben wir schon erreicht? Wo müssen wir Schäfer mit Gleichgesinnten an einem Strang ziehen? Die Statistik weist sinkende Zahlen für den Sektor aus. Das Durchschnittsalter liegt über 56 Jahre. In den deutschen Schäferschulen sind 10 - 20 Auszubildende pro Jahr angemeldet. Die Einkommen sind in den meisten Betrieben am unteren Ende der landwirtschaftlichen Erwerbsscala.

Mit diesen Eckdaten ausgestattet fragen Medienvertreter häufig, ob der Sektor überhaupt noch zu retten sei.



Die nächste Frage ist: Was wäre denn schlimm daran, wenn es keine Schäfereien mehr gäbe? Schließlich gibt es viele Berufe nicht mehr ohne dass sie vermisst würden.

Die Antwort ist einfach.

Jeder, der irgendetwas erzeugt, herstellt, anbietet, verbraucht Ressourcen. Energie, Rohstoffe, Sauerstoff, Boden….

Das ist bei uns auch so. Nur: Bei uns stimmt die Bilanz. Unsere positive Wirkung auf Boden, Wasser, Luft und Artenvielfalt ist sehr viel größer, als der Verbrauch an eben diesen Ressourcen. Je mehr Flächen wir bewirtschaften, je mehr Schafe und Ziegen es gibt, je mehr Fleisch, Wolle und Milch wir erzeugen, desto besser ist das für die Natur, die Umwelt, die seltenen Lebewesen, die sonst keinen Platz mehr finden.

Das macht uns so einzigartig!

Von hier aus lässt sich auch die Frage nach der Zukunft des Sektors besser beantworten.

Wir haben zwei große Schwierigkeiten:

Wir haben zu wenig Einkommen, um die Betriebe stabil in eine sichere Zukunft zu führen.

Wir haben entschieden zu viel Bürokratie.

Unsere Einkommen teilen sich in

  1. unsere Urproduktion,
    • Fleisch: Das Schaf- und Ziegenfleisch wird in Deutschland endlich beliebter, der Pro-Kopf-Verbrauch steigt. Wir können das unter anderem an dem Interesse an unserem Onlineshop www.Genuss-vom-Schaefer.de sehen. Die Medien berichten gerne und ausnahmslos positiv. Im Durchschnitt sehen sich etwa 250 Menschen pro Tag die Shop-Seite an. Aber auch auf Wochenmärkten, in Hofläden und in Lebensmittelketten wie REWE wächst die Nachfrage nach Lammfleisch aus vertrauenswürdiger Quelle.
    • Wolle: Viele Jahrzehnte war Plastik begehrter als Naturfasern. Endlich kehrt der gesunde Menschenverstand wieder zurück. Unsere Wolle wird ohne Nebenwirkung erzeugt, trägt sich hervorragend und wenn Socken, Pullover und Anzugjacke aufgetragen sind, verbleibt ein wertvoller Dünger. Die gefragteste Funktionswäsche wird wieder aus Schafwolle gefertigt. Das Projekt Mosel-Tweed bekam vor kurzem den Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Rheinland-Pfalz. Aus regionaler Wolle sollen Stoffe entstehen und zu hochwertiger Kleidung verarbeitet werden.
    • Milch: Milch und Käse finden sehr guten Absatz. Vor allem im Biobereich sind wertschätzende Einkommen zu erzielen.
    • Dung: Der rapide steigende Wert des Düngers ist bisher noch völlig unbeachtet. Die Phosphatvorkommen auf der Welt sind zum großen Teil ausgebeutet. Der Rest ist in festen Händen. Ohne Phosphat gibt es keinen Ackerbau. Bis weit in die 90er Jahre haben Winzer an der Mosel Schafmist aus Eifel und Hunsrück geholt und mit Wein bezahlt. Diese Zeiten stehen nun wieder vor der Tür. Inzwischen werden Anlagen entwickelt, mit denen das Phosphat aus Windeln zurück gewonnen wird. Auch das können wir viel besser. Unser Nachtpferch ist wie eh und jeh gezielt einsetzbar.
    • All das ist nicht vom Himmel gefallen. Es ist das Ergebnis unermüdlicher Arbeit von ganz vielen Akteuren.
  2. Beihilfe für die Offenhaltung der Kulturlandschaft (1. Säule der Agrarförderung),
    • Wie jeder andere Landbewirtschafter bekommen auch wir Schäfer eine Beihilfe zur Offenhaltung der Kulturlandschaft, die Betriebsprämie. Unsere Form der Offenhaltung ist ohne Nebenwirkung. Deshalb brauchen wir auch für den Greeningzuschlag keine weitere Nachweise zu erbringen.
    • Es gibt inzwischen Ausnahmeregelungen für Schafe, z.B. die Beweidung der Winterbegrünung. Das ist neu und hat einige Mühen gekostet.
  3. Ausgleich für entgangene Einkommen (2. Säule der Agrarförderung),
    • Unsere Leistungen für den Schutz von Boden, Wasser, Luft und Artenvielfalt werden immer noch nicht bezahlt. Immerhin besteht aber durch die Agrarumweltmaßnahmen die Möglichkeit, den Einkommensverlust durch freiwilligen Verzicht auf Düngen und Spritzen erstattet zu bekommen.
    • In allen Bundesländern hat es in der letzten Runde finanzielle Verbesserungen für extensive Grünlandbewirtschaftung gegeben.
  4. andere Dienstleistungen (Lernort Bauernhof, Ferien auf dem Bauernhof, „soziale Schäfereien“…)
    • Auch die Nachfrage nach dem Erlebnisort Schäferei wächst. In vielen Menschen schlummert eine tiefe Sehnsucht nach einem naturverbundenen Leben. Wir Schäfer sind das Bild dafür.
    • Auch hier trägt die lange Arbeit nach und nach Früchte.

Viele Kollegen rücken näher zusammen, lernen von einander, helfen einander. Das gilt erfreulicherweise inzwischen auch für die Jungschäfer. Da ist auf besondere Weise Schwung in den Berufstand gekommen.

Wir werden alle zusammen noch sehr viel tun müssen, damit aus diesen Vorboten einer besseren Wirtschaftlichkeit auch wirklich stabile Einkommen werden.

Einiges davon haben wir selber in der Hand.

Wir können unsere Zuchtziele selber festlegen und erreichen. Wir können unsere Wirtschaftsweise selber gestalten und dabei mit anderen Kollegen zusammen bessere Wege finden. Wir können unsere Erzeugnisse bündeln und am Markt selbstbewusster auftreten…..

Einiges können wir nur mit fremder Hilfe erreichen.

Um bürokratische Hemmnisse zu beseitigen brauchen wir gute Argumente, viel Sachkunde und Unterstützung von Menschen mit ähnlichen Zielen. Alleine ist der Sektor sehr klein. Das macht Lobbyarbeit schwer.

Vieles haben wir alle zusammen erreicht (Greening, Beweidung Winterbegrünung).

Einiges ist im Ansatz schon gut, aber noch ausbaufähig. In einigen Bundesländern gibt es recht gute Wolfmanagementpläne. Hier brauchen wir noch ein paar Verbesserungen und vor allem eine Vereinheitlichung in ganz Deutschland. Auch die Regelungen zu den Herdenschutzhunden müssen wieder auf die Tagesordnung.

Wir haben keine zufrieden stellenden Übereinkommen zur 100-Bäume-Regelung…..

Es gibt aber noch viel dickere Bretter. An den bohren wir zwar schon lange, es liegen auch schon ein paar Späne darunter, aber wir sind noch längst nicht durch.

Die Einzeltierkennzeichnung ist wieder auf dem Tisch. Die CC-Kontrollen müssen auf einen realistisch Boden gebracht werden, unsere Sozialversicherung ist unbefriedigend gelöst…

Und dennoch:

Auch hier gibt es überall gute Zeichen. Das Europäische Schäfernetzwerk wächst langsam aber stetig weiter zusammen. Wir werden in Brüssel besser gehört als je zuvor. Viele Verbraucher, Umweltschützer und Menschen mit einem guten Gespür für Natur und Nachhaltigkeit möchten uns helfen.

Also zurück zur Frage: Hat der Sektor eine Zukunft?

Ja, die hat er!

Wir erzeugen Spitzenprodukte - die Beliebtheit und die wertschätzenden Preise müssen noch besser werden.

Wir haben hervorragende Jungschäfer - es müssen nur noch welche dazu kommen.

Wir erledigen unersetzbar Arbeiten für die Allgemeinheit - wir müssen nur dafür entlohnt werden.

Wir sorgen mit unseren agrarökologischen Dienstleistungen mit dafür, dass Deutschland seine internationalen Verträge z.B. im Bereich Biodiversität einhalten kann - auch das geht dauerhaft nur mit einer wertschätzenden Entlohnung.

Wir reden lösungsorientiert mit den politischen Entscheidern - es geht uns nicht um einen Rettungsschirm. Es geht darum, dass wir ungestört von weltfremden und oft völlig überzogenen Vorschriften unser Leistungen für die Allgemeinheit erbringen können. Darum brauchen wir die Anpassung der bürokratischen Regeln.

Deshalb :

Es wird jeder gebraucht. Jeder an seinem Platz. Lasst uns alle zusammen für eine bessere Zukunft arbeiten.


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Wolf + Artenschutz


Schafe, Wolf und Artenschutz

Gedanken zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland

Während andere Nutztiere ihr Leben zunehmend im Stall verbringen, halten die Schäfer an der traditionellen, tiergerechten und naturnahen Weidehaltung fest. Dadurch sind Schafe auch durch die rückkehrenden Wölfe bedroht.

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