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Änderungen in der Düngeverordnung geplant
25.03.2015 11:04 (2461 x gelesen)

Verordnung zur Neuordnung der guten fachlichen Praxis beim Düngen

Die geplanten Änderungen in der Düngeverordnung belasten insbesondere extensive und/oder ökologische  Betriebe mit Festmistwirtschaft. Dazu haben die entsprechenden Verbände nun ihre Stellungnahmen zu den laufenden Beratungen abgegeben. Da die geplanten Änderungen in der DüngeVo auch ein weiterer Sargnagel für die Schafhaltung sind,  haben wir Herrn Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt  angeschrieben.



Sehr geehrter Herr Minister Schmidt,

nachdem wir den Entwurf der Düngeverordnung im Kollegenkreis intensiv besprochen haben, steigt unsere Gewissheit, dass hiermit die Schafhalter vor weitere, die Existenz bedrohende Aufgaben gestellt werden - sollte der Entwurf so in der Verordnung aufgehen. Das wird den rapiden Rückgang der Schafhaltung in Deutschland weiter beschleunigen.

Ihrer Pressemitteilung Nr. 335 vom 19.12.2014 haben wir entnommen, dass die Überarbeitung der bestehenden DüngeVo notwendig ist, um die  Umsetzung der EG-Nitratrichtlinie sicherzustellen. Sie weisen darauf hin, dass Ihr Verordnungsentwurf einen guten Ausgleich zwischen Umweltinteressen einerseits und praktikablen Lösungen für die Landwirtschaft andererseits darstellt.

Aus diesen Worten schöpfen wir große Hoffnung, dass Sie unsere Anliegen bei der Festlegung der DüngeVo berücksichtigen können. Unsere Vorschläge kollidieren an keiner Stelle mit den gesetzten Zielen der DüngeVo. Schafhaltung ist traditionell eine sehr extensive Form der Landbewirtschaftung. Nährstoffeinträge in die genutzten Flächen finden kaum statt, da nur selten Kraftfutter verwendet wird. Die Futtergrundlage unserer Tiere bilden fast ausschließlich  Wiesen und Weiden. Die positiven Wirkungen der Grünlandpflege, die die Schäfer mit Ihren Schafen leisten sind erheblich:

  • Sie schützen Trinkwasser, weil beweidetes Grünland sehr viel Stickstoff abfiltert.
  • Sie schützen die Luft, da Grünland auch im Winter Sauerstoff produziert und große Mengen von CO2 bindet.
  • Sie schützen den Boden vor Erosion und betreiben Küstenschutz auf Deichen.
 

Unsere naturnahe, tiergerechte, gewässerschonende und – schützende Landbewirtschaftung findet  i.d.R. auf Grenzertragsstandorten, die aufgrund der Flächenstruktur bzw. Höhenlage nicht intensiv genutzt werden können, statt. Sie wird meist  in Regionen betrieben, in denen sich keine überhöhten Nitratwerte im Grundwasser  befinden. In unseren Betrieben fällt Dung ausschließlich als wertvoller Festmist an. Er setzt die Nährstoffe langsam frei und seine Ammoniak-Emissionen sind im Vergleich zu Gülle sehr gering.

Die Aufstallzeit ist wenige Wochen im Jahr. Daher gibt es fast ausschließlich Ställe mit Tiefeinstreu. Das bedeutet, dass der Mist meist nur einmal im Jahr ausgebracht wird.

Festmistwirtschaft bewegt sich in kleinen Kreisläufen, meist innerbetrieblich. Es findet kein „Tourismus“ statt wie bei Gülle oder Klärschlamm – die Nährstoffe verbleiben dort, wo sie entzogen wurden. Dadurch produzieren wir im Gegensatz zur intensiven, konventionellen Landwirtschaft keine Nährstoffüberschüsse, die dann zu erhöhten Nitratwerten im Grundwasser führen.

Die aus unserer Sicht unnötigen Auflagen für Festmistlagerung und -ausbringung  werden sehr viele Schäfer nicht erfüllen können. Zusätzlicher bürokratischer Aufwand ist kaum noch zu leisten. Es werden weitere Schäfereien zur Aufgabe gezwungen werden. Die freiwerdenden Flächen werden dann vermutlich von Intensiv-Betrieben übernommen und dienen dann zu großen Teilen lediglich als „Auffangbecken“ für überschüssige Nährstoffe. All die von den Schäfern geleistete Arbeit z.B. im Vertragsnaturschutz zum Erhalt der Biodiversität wäre vergebens gewesen, den umweltpolitischen Zielen der Bundes- und Länderregierungen  würde entgegengewirkt. Die gerade erst in mehreren Landtagen als förderwürdig anerkannten agrarökologischen Dienstleistungen der Schäfer stünden der Gesellschaft nicht mehr zur Verfügung.

Darum bitten wir, bei folgenden geplanten Änderungen Ausnahmeregelungen für Schäfereien zu ermöglichen.

  • § 12 Fassungsvermögen von Anlagen zur Lagerung von Wirtschaftsdüngern     

Hier müssten in Schäfereien sowohl die „Mistmatratze“ im Winterstall als auch die Feldmiete zum Nachweis der Lagerkapazität berücksichtigt werden. Strohdurchsetzter Schafsmist ist trocken und verrottet langsam – setzt aber kaum Flüssigkeit ab. Er ist völlig unproblematisch in der ordnungsgemäß angelegten Feldmiete. Die Errichtung von größeren Dunglagerstätten – überdacht und/oder mit Jauchegrube -  ist für die meisten Schäfereien schlichtweg nicht zu realisieren. Hiermit sind Investitionskosten auch für kleinere Betriebe in 5-stelliger Höhe notwendig. Damit ist die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit deutlich überschritten. Für Nebenerwerbsbetriebe, die gerade im Hinblick auf Biodiversität und Artenschutz einen großen Beitrag leisten, scheitert die Errichtung daran, dass sie wg. fehlender Privilegierung  - die eine positive Wirtschaftlichkeitsberechnung des Betriebes erfordert -keine Baugenehmigung bekommen. Hier sei noch der Hinweis erlaubt, dass es für Schäfer im Gegensatz zu Rinder- und Schweinehaltern keine finanzielle Förderung der tiergerechten, aber teureren Strohhaltung gibt.

  • § 6 Aufbringungssperre für Festmist

Wir bitten darum, für Schäfer von der Sperrfrist für die Ausbringung von Festmist abzusehen. Festmist bindet den Stickstoff sehr lange, sodass die Gefahr der Nährstoffaustragung sehr gering ist. Der trockene Schafsmist verrottet sehr langsam. Zu späte Ausbringung im Frühjahr beeinträchtigt die Futterqualität. Eine Ausbringung nach dem letzten Weidegang/der letzten Mahd im Spätherbst oder Winter hat sich bewährt.

  • § 5 Aufbringung auf gefrorenem Boden

Die Aufbringung auf gefrorenen Boden muss unbedingt – wie nach den aktuell gültigen Vorgaben -  weiterhin erlaubt sein. Vielen Schäfereien ist es nur so möglich, eine bedarfsgerechte Düngung ohne übermäßige Bodenverdichtung sicherzustellen.

  • § 10 Vorschrift zur schriftlichen Aufzeichnung des Düngereinsatzes

Schäfereien sollten von diesen Dokumentationspflichten ausgenommen werden. Gerade in den Mittelgebirgsregionen leisten sie wertvolle Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft und im Vertragsnaturschutz. In diesen Regionen sind meist keine Nitratbelastungen im Grundwasser. Übermäßige Bürokratie würde unnötigerweise diese Betriebe dort zur Aufgabe zwingen und wertvolle Dienstleistungen zum Wohle der Umwelt gingen verloren.

Wir hoffen, dass es uns hiermit gelungen ist, unsere besonderen Leistungen für die Allgemeinheit, die mit besonderen Bedürfnissen und eben auch positiven Besonderheiten in der guten fachlichen Praxis beim Düngen verbunden sind  – hinzuweisen. Wir sind wertvolle Partner für Sie, unser sauberes und gutes Trinkwasser-Niveau zu erhalten und weiter zu verbessern.

In Ihrer Pressemitteilung betonen Sie: „Gleichzeitig dürfen wir jedoch die Landwirtschaft und vor allem die kleineren Betriebe nicht mit überzogenen Forderung vor das Aus stellen."

Gerade dieser Satz scheint auf uns zugeschnitten zu sein. Wir bitten Sie, besonders vor dem Hintergrund unserer Leistungen für die Allgemeinheit, die Forderungen der neuen Verordnung den Möglichkeiten der Schäfereien anzupassen und stehen gerne für weitere Fragen und/oder Gedankenaustausch zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Günther Czerkus

Und hier noch eine Auswahl weiterer Stellungnahmen von Bio-Kreis, NABU und BIOLAND


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